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Rückblick: Foxes beschließen turbulente Oberliga-Saison mit dem Klassenerhalt


Saisonstart glückt - Verletzungsmisere bremst das Team aus


Egal, wie gut die Vorbereitung gelaufen sein mag: Ein schlechter Saisonstart kann das Selbstvertrauen einer Mannschaft empfindlich treffen und den Verlauf einer ganzen Saison negativ beeinflussen. Die Foxes meisterten die ersten Hürden bravourös, verloren in den ersten vier Spielen kein einziges Mal und fuhren drei Siege ein. Unter anderem gewann man das erste Heimspiel gegen den Liganeuling und späteren Aufsteiger VfL Waiblingen. Ausschlaggebend für den 22:21-Sieg war die starke Abwehrleistung. Bereits am vierten Spieltag stand das erste Derby gegen den TV Knielingen in der heimischen Stadthalle an. Gegen den Aufsteiger aus Karlsruhe taten sich die Foxes schwer. Knielingen konnte die Partie lange offen halten, am Ende konnte sich das routiniertere Team aus Neuenbürg durchsetzen.


Nach der guten Anfangsphase wurde der rollende Foxes-Zug etwas ausgebremst. Bei der HSG Konstanz 2 und gegen den TSB Schwäbisch Gmünd musste das Team von Vedran Đozić zwei Niederlagen hinnehmen. Im darauffolgenden Heimspiel gegen den TSV Weinsberg folgte dann der erste herbe Rückschlag der Saison. Die Partie konnten die Foxes zwar klar mit 29:22 gewinnen - entscheidend war erneut die starke Abwehrleistung -, allerdings verletzte sich Torhüter Konstantin Regelmann schwer am Knie und fiel für den Rest der Saison aus. Tobias Krems füllte fortan die Rolle der Nummer eins aus, unterstützt vom jungen Max Botterer. Ab Anfang Dezember erhielten die beiden Youngster Unterstützung vom erfahrenen Rückkehrer Florian Eitel.


Das Highlight der Hinrunde stand Mitte November an: das Enzkreis-Derby bei der TGS Pforzheim. Gegen den Drittliga-Absteiger, der durchwachsen in die Saison gestartet war, rechnete man sich bei den Foxes durchaus Chancen aus. Diese Hoffnungen wurden durch den Verlauf der ersten Halbzeit bestätigt, in der eine überragende Abwehr der Foxes um die zentralen Spieler Nils Pollmer und Phil Burkhardt die Pforzheimer bei nur acht Toren hielt. In Hälfte zwei wendete sich das Blatt allerdings. Der Favorit drehte die Partie und entschied die Begegnung mit 24:21 für sich.


Während die Pforzheimer fortan richtig ins Rollen kamen, nur noch zwei Spiele bis zum Saisonende verloren, und am Ende souverän aufstiegen, begann für die Foxes die schwerste Phase der Saison. Zwar folgten nach dem Derby zwei Siege beim TSV Heiningen und gegen Drittliga-Absteiger Blaustein, es folgte jedoch ein durchwachsener Winter mit Niederlagen gegen die Kellerkinder Steißlingen und Knielingen als Tiefpunkte. Mit entscheidend war die Verletzung von Nils Pollmer, der im Gesamtpaket aus Offensiv- und Defensivqualitäten vielleicht der einzige unersetzliche Spieler im Kader der Foxes ist. Dazu erwischte die Grippewelle im Dezember das Team heftig. Die Abgänge von Alexandru Vulpe und Niklas Blum hinterließen außerdem eine Lücke im linken Rückraum, hier war Kevin Langjahr der letzte verbliebene klassische Shooter.


Sieg gegen HSG Konstanz 2 markiert die Wende


Auch während des anhaltenden Formtiefs im Dezember und Januar konnten die Foxes Erfolge feiern. Den VfL Waiblingen schlug man Ende Januar nach dem Sieg zu Saisonbeginn auch auswärts, auch im zweiten Aufeinandertreffen machte ein einziges Tor den Unterschied zwischen beiden Mannschaften. Rückblickend betrachtet stieg das Schlüsselspiel der Rückrunde drei Wochen später in der Neuenbürger Stadthalle. Für die beiden Tabellennachbarn war die Partie richtungsweisend. Eine Niederlage hätte bedeutet, dass Neuenbürg auf einen Abstiegsplatz rutschen würde. Mit dem aus seiner Verletzung zurückgekehrten Nils Pollmer gelang ein hart erarbeiteter 30:27-Sieg.


Das Verletzungspech riss allerdings nicht ab. Just nach der Rückkehr von Nils Pollmer musste mit Philipp Schollmeyer der nächste Spieler, der im Mittelblock eingesetzt werden kann, eine Verletzungspause einlegen. Er fiel mit einer Beinverletzung den Rest der Runde aus. Personell nachgelegt wurde mit Linkshänder Nicolaus Klein, der für etwas Entlastung von Dauerbrenner Xaver Nitzke sorgen sollte.


Den Foxes gelang es nun Stück für Stück, sich aus dem Tief herauszuarbeiten. Besonders gegen die Spitzenmannschaften zeigte die Đozić-Truppe ansprechende Leistungen, die in Zählbares umgewandelt werden konnten. Auszahlen sollte sich nun auch, dass man Anfang Dezember Florian Eitel nachverpflichtete. Der Keeper spielte sich in manch einer Partie förmlich in einen Rausch, wie beispielsweise bei den Siegen gegen den TV Bittenfeld und den TSV Blaustein. Zudem fuhren die Gelb-Blauen bei der TSG Söflingen einen weiteren Sieg gegen einen Drittliga-Absteiger ein. Mit einer Serie von vier Siegen ab Mitte April verabschiedete sich der HC Neuenbürg auch endgültig aus dem Abstiegskampf.


Abschied von langjährigen Stützen - auf und neben dem Feld


Am Ende der kräftezehrenden Saison mit 34 Spielen und nach Erreichen des Klassenerhalts war die Luft raus bei den Oberliga-Handballern aus Neuenbürg. Im letzten Heimspiel gegen den bereits feststehenden Absteiger TSV Wolfschlugen kam man nicht mehr über ein Unentschieden hinaus. Im abschließenden Rundenspiel beim TV Plochingen zeigte man eine respektable Leistung, musste sich am Ende aber mit 34:36 geschlagen geben.


Im letzten Heimspiel fand auch die Verabschiedung der Sommerabgänge statt. Als Spieler verabschiedet wurden Torhüter Max Botterer, Linkshänder Kaspar Veigel und Rückraumass Marco Langjahr. Mit Kaspar Veigel verlässt einer der Haupttorschützen der vergangenen Jahre das Team. Neben seinen Toren wird dem Team seine Durchsetzungskraft und Physis abgehen. Marco Langjahr war seit 2016 für die Neuenbürger aktiv. Sowohl auf dem Feld als drittligaerprobter Rückraumspieler als auch neben der Platte als sportlicher Leiter spielte er eine entscheidende Rolle bei den Erfolgen des HC Neuenbürg in den vergangenen Jahren. In der Funktion als sportlicher Leiter wird er den Neuenbürgern auch erhalten bleiben.


Auch im "Team um das Team" tut sich etwas: Teamkoordinator Achim Frautz wurde nach über einem Jahrzehnt verabschiedet. In dieser Rolle kümmerte er sich um viele organisatorische Aufgaben rund um das Training und die Spiele. Bei allen Spielern und Trainern war das Neuenbürger Urgestein immer hoch geachtet. Seine Frau Elke, die in den vergangenen sieben Jahren als Sekretärin und Zeitnehmerin der Oberliga-Mannschaft agierte, hörte ebenfalls zum Saisonende auf.



Neuenbürgs rechte Angriffsseite weiterhin prägend für das Spiel


Ein Blick auf die Statistiken zeigt: Brillieren konnte beim HC Neuenbürg vor allem die rechte Angriffsseite. Rechtsaußen Xaver Nitzke (195 Tore/23 Siebenmeter) und der Rückraumrechte Kaspar Veigel (131/0) formen die Spitze der teaminternen Torschützenrangliste. Zudem kam Mattes Meyer, dem am Anfang noch die lange Pause aufgrund einer schweren Schulterverletzung anzumerken war, im Verlauf der Saison immer besser in Schwung. Die Strafstatistik führt mit Phil Burkhardt (9 Gelbe Karten/34 Zeitstrafen/2 Rote Karten) und Nils Pollmer (8/26/2) erwartungsgemäß der etatmäßige Mittelblock an. Bei beiden macht das aber im Schnitt genau eine oder etwas mehr als eine Zeitstrafe pro Spiel aus.


Trotz der zwischenzeitlichen Talsohle, welche die Neuenbürger Oberliga-Handballer durchschritten, fällt das Fazit zur Saison am Ende positiv aus. Die Runde wurde mit einem positiven Punktekonto beendet. Höhepunkte konnte man gegen die Spitzenteams verbuchen. Aufsteiger VfL Waiblingen schlugen die Foxes gleich zwei Mal, daneben gab es unter anderem zwei Siege gegen Drittliga-Absteiger Blaustein und einen Sieg beim Tabellenvierten Bittenfeld. Ausbaufähig bleibt die Bilanz gegen die Mannschaften aus dem Tabellenkeller. Gegen die Absteiger Konstanz, Knielingen und Steißlingen verlor man je ein Mal, Altenheim und Wolfschlugen rangen den Neuenbürgern zudem jeweils ein Remis ab.


Das Team ist nun erst einmal froh über die anstehende Sommerpause. Die Saison mit 34 Spielen und zehrte ordentlich an der Mannschaft. Dass das Programm für Amateurmannschaften zu fordernd ist, erkannte auch die spielleitende Stelle der Oberliga. In der kommenden Runde wird die Oberliga in zwei Staffeln mit anschließender Auf- und Abstiegsrunde ausgetragen.


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