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Schiedsrichter stehen im Mittelpunkt: Foxes müssen in letzter Sekunde 24:24-Ausgleich hinnehmen


Auf Kapitän Felix Kracht können sich die Foxes in schwierigen Phasen immer verlassen.

Spielbericht - TV Germania Großsachsen vs. Foxes - 24:24 (14:10)


Nach einer eigentlich guten Leistung haderten die Oberliga-Handballer des HC Neuenbürg beim Unentschieden beim Drittliga-Absteiger TV Germania Großsachsen: Denn am Ende fühlte man sich von den Schiedsrichtern um einen Punkt gebracht. In einer hochspannenden Partie führte man eine Minute vor Ende noch mit zwei Toren, konnte den Vorsprung aber nicht mehr ins Ziel retten.


Schon in der dritten Partie, die die Foxes diese Saison bestritten, kamen beide Mannschaften zu Beginn nicht richtig in Tritt. Das erste Viertel des Spiels war geprägt von überhasteten Abschlüssen der Rückraumschützen, vielen Würfen neben die beiden Tore, aber auch von zwei Torhütern, die bereits früh in der Partie ihr Können aufblitzen ließen. Leon Hoblaj kaufte den Neuenbürger Außen früh den Schneid ab, Konstantin Regelmann hielt die Großsachsener Rückraumschützen gut in Schach. Dass es nach 14 Minuten erst 4:1 für das Heimteam stand, ist Ausdruck hiervon. Mit der Hereinnahme von Felix Kracht stabilisierte sich der Angriff der Neuenbürger, man ließ zumindest nicht zu, dass die Hausherren sich noch deutlicher absetzen konnten. Die Abwehr, die mit Philipp Schollmeyer neben Nils Pollmer im Mittelblock agierte, stellte den starken Großsachsener Rückraum weiterhin vor Herausforderungen. Mit dem 11:9 von Timo Bäuerlein per Siebenmeter gelang es erstmals, den Rückstand auf zwei Tore zu verkürzen. Doch erneut agierte Neuenbürg im Angriff mehrmals unkonzentriert, sodass Großsachsen den Vorsprung wieder ausbauen konnte. Dazu kam, dass man sich selbst in Schwierigkeiten brachte, als man in Unterzahl einen Spieler zu viel auf die Platte stellte. Das hatte eine weitere Zeitstrafe zur Folge. Mit einer 14:10-Führung ging Großsachsen in die Pause.


Doch Neuenbürg kam gut aus der Halbzeitpause. Vor allem die Abwehr mit einem wieder überragend aufgelegten Konstantin Regelmann ließ die Schützen des Drittliga-Absteigers nun verzweifeln. Die Foxes holten Tor um Tor auf, Robin Hörsting konnte schließlich in der 39. Minute den 14:14-Ausgleich erzielen. Stefan Pohl, der Coach der "Saasemer", reagierte auf den Neuenbürger Lauf mit einer Auszeit. Die Nordschwarzwälder ließen sich aber nicht aus dem Rhythmus bringen und gingen durch Tore von Xaver Nitzke und Jonas Kraus sogar mit 14:16 in Führung. In der 43. Minute konnten die Gastgeber ihren Negativlauf beim 15:16 mit ihrem ersten Tor im zweiten Durchgang beenden. Von nun an waren die beiden Rückraumspieler Hannes Weindl und Benedikt Meiser kaum mehr zu stoppen. Es waren nun die Gäste aus Neuenbürg, die sich eine Schaffenspause leisteten. Mit einem Fünf-Tore-Lauf konnte der Turnverein mit zur 50. Spielminute mit 20:17 in Führung gehen. Das Pendel schwang nun aber erneut auf die Seite der Gäste. Hervor stach Kaspar Veigel, der seine Physis voll ausspielte und in der Schlussphase mehr und mehr Sicherheit in seinen Würfen fand. Als Kevin Langjahr in der 59. Minute zum 22:24 traf und Großsachsen den darauf folgenden Angriff nicht mit einem Torerfolg zu Ende bringen konnte, sahren sich die Nordschwarzwälder schon auf der Siegerstraße. Rund 30 Sekunden vor Schluss konnte Großsachsen auf 23:24 verkürzen.


Und von nun an übernahmen die Unparteiischen die Hauptrolle in der Partie. Eine klare Linie war in den 59 Minuten und 30 Sekunden zuvor schon schwer auszumachen, in der letzten halben Minute legten die beiden Schiedsricher aber noch einmal komplett andere Maßstäbe in der Beurteilung der Szenen an. Zuerst einmal erscheint es schon fragwürdig, bereits nach 20 Sekunden im Ballbesitz - ohne dass die Neuenbürger aufreizend langsam spielten - den Arm zum drohenden Zeitspiel zu heben. Auch das war im gesamten Spiel zuvor nicht der Fall. HCN-Übungsleiter Vedran Đozić legte zehn Sekunden vor Schluss die Time-Out-Karte auf den Tisch. Neuenbürg hatte bei drohendem Zeitspiel noch vier Pässe übrig. Es folgte die zweite Szene, bei der die Schiedsrichter zu einer recht exklusiven Einschätzung gekommen sein dürften: Kevin Langjahr bewegte sich auf das Tor zu, ein Abwehrspieler der Gastgeber bewegte sich in den Neuenbürger Angreifer hinein. Der Pass zu Nebenmann Timo Bäuerlein kam zwar noch an, doch die Schiedsrichter wollten ein Stürmerfoul des Neuenbürger Angreifers gesehen haben. In kürzester zeitlicher Distanz zum Pfiff warf Neuenbürgs Timo Bäuerlein freistehend auf das Tor. Natürlich dürfte die Reaktionszeit hier zu kurz gewesen sein, um den Ball einfach auf den Boden zu legen. Auch das hätten die Unparteiischen in ihre Beurteilung der Szene später mit einbeziehen können. Großsachsen führte den resultierenden Freiwurf aus, vor Erklingen der Sirene kam es aber nicht mehr zum Abschluss.


Beide Mannschaften dachten nun, das Spiel wäre beendet. Neuenbürg feierte den vermeintlichen Sieg, die Großsachsener Spieler rannten zu den Schiedsrichtern und wollten bei diesen noch ihren Unmut äußern. Und auch die Schiedsrichter diskutierten noch einmal miteinander. Auf einmal kristallisierte sich immer deutlicher heraus, dass die Beiden Neuenbürgs Timo Bäuerlein für seinen Wurf kurz vor Schluss bestrafen wollten. Und das, obwohl die Unparteiischen zuerst gar nicht den Eindruck erweckten, dass sie diesen Wurf bestrafen würden. Sie signalisierten direkt nach Erklingen der Schlusssirene weder durch einen Pfiff, noch durch erkennbare Gesten oder Gespräche, dass das Spiel noch nicht vorbei sei und sie noch über diese Szene beraten würden. Erst nach minutenlangen Diskussionen über die Szene entschieden sie auf eine Disqualifikation gegen Timo Bäuerlein und einen letzten Siebenmeter für die Hausherren. Der an diesem Tag vom Siebenmeterstrich tadellose Patrick Buschsieper brachte auch seinen siebten Strafwurf im Tor unter und glich zum 24:24-Endstand aus.


Aufgrund der Szenen am Ende konnten die Foxes ihren Punktgewinn beim Drittliga-Absteiger in Großsachsen nicht wirklich genießen. Trotzdem: Die Foxes können zufrieden sein mit der Leistung, die zeigten. Die Konstanz über 60 Minuten und die Kaltschnäuzigkeit ganz zum Schluss haben die Neuenbürger vermissen lassen. Dafür zeigte man zum wiederholten Male eine überragende Abwehr- und Torhüterleistung. Alles in allem sollte das Fazit nach dem Spiel in Hirschberg also positiv ausfallen. Ins Derby gegen den TV Knielingen am nächsten Samstag will man daher mit einer optimistischen Grundeinstellung gehen.