Foxes gewinnen dank reifem Auftritt mit 37:35 gegen die SG Heddesheim
- vor 1 Tag
- 4 Min. Lesezeit
Am Samstagabend reiste mit der SG Heddesheim der bestplatzierte der diesjährigen Aufsteiger zum Regionalligaspiel in Neuenbürg an. Die Heddesheimer können auf eine Mannschaft mit vielen erfahrenen, zum Teil drittligaerprobten Spielern bauen. Die starke Defensive bildet das Prunkstück der “Löwen”. Für die Dozic-Truppe stand also eine schwere Aufgabe ins Haus. Für die Heimpartie konnte man den nach Krankheit zurückgekehrten Luca Merz wieder im Kader begrüßen.

Im Tor der Neuenbürger begann der zuletzt stark aufspielende Tobias Krems, der im Laufe der ersten 20 Minuten auch an seine letzten Leistungen anschließen konnte. Vedran Dozic schickte – auch das erwieß sich in den letzten Spielen als bewährtes Konzept – eine etwas offensivere Deckung mit drei leicht vorgezogenen Spielern auf das Feld. Das erlaubte einige schnelle Ballgewinne, die zu Gegenstoßtoren führten. Die Heddesheimer Löwen spielten ihre Angriffe ihrerseits geduldig und gut vorbereitet aus, erspielten sich durch klug vorgetragene Spielzüge konstant gute Chancen. Die Foxes kamen vor allem über das schnelle Spiel nach Ballgewinn, Kooperation mit dem Kreisläufer und erfolgreiche Eins-gegen-eins-Aktionen zum Erfolg, womit es gelang, die gegnerische Defensive nie in einen Fluss kommen zu lassen. Beide Mannschaften hielten die Fehlerquote extrem niedrig, wodurch sich ein ausgeglichenes Spiel gestaltete. Erst in der 17. Minute konnte sich Neuenbürg durch Mattes Meyers 9:7-Treffer erstmals einen Zwei-Tore-Vorsprung erspielen. Der war aber schon in der 22. Minute wieder passé, in der 25. Minute war es dann der Gast, der beim 11:13 mit zwei Toren in Führung lag. Um eine höhere Tordifferenz konnte sich keine der beiden Mannschaften in Hälfte eins absetzen. In der letzten Minute des ersten Abschnitts wurde es noch einmal hektisch. Louis Maurer konnte das 16:17 für die SG erzielen, Neuenbürg verlor den Ball im Gegenzug, Konstantin Regelmann entschärfte den Gegenstoß mit einer Glanzparade und Johannes Köster konnte kurz vor der Sirene auf 17:17 stellen. Ein dem Gast noch zuerkannter direkter Freiwurf fand sein Ziel nicht, weshalb sich die Mannschaften mit einem Unentschieden in die Pause verabschiedeten.
Der Spielverlauf in der zweiten Halbzeit sollte sich als Spiegelbild des Spielfilms im ersten Spielabschnitt herausstellen. Weiterhin konnte sich keine der beiden Mannschaften absetzen, die Fehlerquote blieb auf beiden Seiten niedrig. Neuenbürgs Angriff überzeugte weiterhin durch ein sehr variables und unausrechenbares Zusammenspiel. Erneut spielte sich Mattes Meyer in den Vordergrund, der die Abwehr mit seinen schnellen Bewegungen immer wieder vor neue Aufgaben stellte. Außerdem erwischten die beiden Kreisläufer Johannes Köster (9 Tore) und Nils Pollmer (6 Tore) einen Sahnetag, immer wieder hervorragend in Szene gesetzt von Vincent Virzi, Tim Faeser und Mattes Meyer. Auf der anderen Seite leistete sich auch die SG Heddesheim keine Schwächephase. Schienen die Neuenbürger ein Rezept in der Abwehr gegen das disziplinierte Angriffsspiel der Gäste gefunden zu haben, zog das Trainergespann aus Frank Schmitt und Marco Dubois schnell eine neue taktische Idee aus dem Köcher. Wenngleich sie in der Schlussphase meist mit einem oder zwei Toren in Führung lagen: Entscheidend absetzen konnten sich die Foxes deshalb nie. Tim Faeser brachte Neuenbürg vier Minuten vor Schluss mit 35:33 in Führung. Eine Zeitstrafe gegen Felix Rothardt verkomplizierte die Situation für die Foxes, die Phase konnte aber mit nur einem weiteren Gegentor mit glimpflichen Ausgang überbrückt werden. Bis in die letzte Minute hinein gelang keinem Team mehr ein Tor. Tobias Krems zeigte in der Schlussphase wichtige Paraden, die verhinderten, dass die Löwen ausgleichen konnten. Das Spiel spitzte sich zu, als die Gäste 30 Sekunden vor Schluss einen Siebenmeter zugesprochen bekamen, dessen Verwandlung den Ausgleich bedeutet hätte. Doch Tobias Krems machte den Löwen einen Strich durch die Rechnung, entschärfte den Wurf des zuvor so sicher verwandelnden Gianluca Pauli. Die offene Deckung der Gäste brachte die Foxes noch einmal ordentlich ins Schwitzen, doch der Dozic-Sieben gelang es, den freistehenden Johannes Köster zu finden, der zum 37:35-Endstand verwandelte.
Angesichts des Spielverlaufs ein etwas glücklicher, aber dennoch verdienter Sieg für die Foxes. Beide Mannschaften agierten nahezu die gesamte Spielzeit auf Augenhöhe, boten den Zuschauern eine handballerisch sehr ansehnliche und gleichzeitig faire Partie. Mit dem Sieg gegen die SG Heddesheim setzen die Foxes den positiven Aufwärtstrend der letzten Wochen fort. Aus den vergangenen sechs Spielen konnte man fünf Siege mitnehmen, nur gegen das Spitzenteam aus Baden-Baden musste man sich knapp geschlagen geben. Damit beträgt der Vorsprung auf die Abstiegsplätze nun zehn Punkte. Auch wenn der Klassenerhalt rechnerisch noch nicht gesichert ist, erscheint es mittlerweile doch unwahrscheinlich, dass es für die Foxes noch einmal brenzlig wird. Nächste Woche kann man beim Aufsteiger SG Weinstadt einen weiteren Schritt dahin machen, die Wahrscheinlichkeit eines Abstiegs noch weiter nach unten zu drücken.
HC Neuenbürg 2000: Tobias Krems, Konstantin Regelmann – Johannes Köster (9), Nils Pollmer (6), Felix Rothardt (6), Mattes Meyer (5), Phil Burkhardt (3), Tim Faeser (3), Timo Bäuerlein (2), Vincent Virzi (2), Dominik Brath (1), Luca Merz, Yannick Müller, Tim Siedelmann
SG Heddesheim: Cedric Ehret, Dario Lang – Felix Kirschner (6), Rouven Hoffmann (5), Louis Maurer (5), Tom Stephan (5), Philipp Ulrich (5), Philipp Badent (4), Gianluca Pauli (4), Simon Reisig (1), Leon Dennhardt, Marco Hindenberger, Niko Kettner, Nils Meiser, Philipp Pfisterer
Schiedsrichter: Marius Bächle, Edah Mesic





Kommentare